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Aktuelles

Susanne Zimmerer siegt mit „Hoimweh em Schadda“ bei Jury und Publikum

Zum achten Mal seit 2002 hat der Verein „schwäbische mund.art e.V.“ mit Unterstützung wichtiger Partner wie Schwaben Bräu und Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V. den Sebastian-Blau-Preis für schwäbische Mundart zum Gedenken an den wohl bedeutendsten Mundartdichter des schwäbischen Dialektes, Prof. Josef Eberle alias Sebastian Blau, organisiert.

In diesem Jahr waren zum dritten Mal Mundartliteraten zur Bewerbung aufgerufen. Unter 46 Einsendern hat eine Experten-Jury in einem anonymen Verfahren zehn Teilnehmer für die Endausscheidung ausgewählt, die im Rottenburger Kulturzentrum Zehntscheuer ihre Werke vortrugen.

Susanne Mathilde Zimmerer aus St. Johann-Bleichstetten hat die Jury überzeugt und den mit 2.500 Euro dotierten ersten Platz belegt. Auch das 140-köpfige Publikum vergab seinen 500 Euro-Preis  für ihre Erzählung „Hoimweh em Schadda“, einem unter die Haut gehenden inneren Monolog über Schmerz und Verzeiflung, aber auch Trost und Hoffnung, der von einer tief empfundenen Verwurzelung in der Landschaft und Sprache der rauen Alb zeugt.

Zweiter Preisträger wurde Hans-Joachim Schneider. Sein Gedicht „Dämm’rung um da ‚Schwammaroa‘“ vermochte laut Jury „eine geheimnisvolle, märchenhafte Atmosphäre zu schaffen mittels seiner schwäbischen Lautmalerei, die Sprache und Landschaft eins werden lässt.“ Das brachte dem Dunninger Mundartpoeten 1.500,- Euro Preisgeld ein.

„Richtiger Mut“ heißt die hochaktuelle Erzählung der aus Stuttgart stammenden Frankfurter Autorin Marion Kinzig. Sie erhielt den dritten Preis und 1000 Euro für die rasante Darstellung eines gefährlichen Konflikts von Jugendlichen in einem großstädtischen sozialen Brennpunkt – formuliert im schwäbischen Regiolekt des mittleren Neckarraums.

Getragen wird der Sebastian-Blau-Preis für schwäbische Mundart vom Verein „schwäbische mund.art“, dem Förderverein Schwäbischer Dialekt, dem SWR, der Stadt Rottenburg, dem Silberburg-Verlag, und mit großzügiger Unterstützung der Stuttgarter Privat-Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu, die das Preisgeld zur Verfügung stellt. Auch der Arbeitskreis Heimatpflege und örtliche Sponsoren wie die Kreissparkasse Tübingen und die Stadtwerke Rottenburg trugen zum Gelingen des mundartlichen Großereignisses bei.

Sebastian-Blau-Tage: Mit em Bonobo-Song zom ESC-Sieg
Baisinge isch auf em beschte Weg, en dr Mundartstadt Rotteburg des Vorzeige-Mundart-Dorf z werde. Ganze 15 Stammtisch ond sechs Mundartfescht en dr Schloss-Scheuer hent mr zamme mit de Sänger ond Wandrer vom SV Baisinge en de letschde Johr nakriagt. Ond jeds Mol sends saumäßig luschdige, geischtreiche ond musikalische Obend worde.
Bei de diesjährige „Sebastian-Blau-Tage“ isch dr Hugo Breitschmid aus em Oberland gstartet. Dr „Bauredichter vom Busse“ isch mit seine Büchle so bekannt, dass sogar aus Brackene a Pärle 100 Kilometer weit pilgeret isch, om ihren schwäbische Lieblingsdichter endlich mol leibhaftig kennezlerne. Afangs fromm, drnoch luschdig ond zom Schuss gar gewagt hot er seine greimte Gschichtle kurz vor seim Achtzigschte noh voller Vitalität ond Witz auswendig deklamiert!
Dr Günther Wölfle isch en seim Brotberuf als Rechtsawalt ganz nah am Allzumenschliche. Ond als Dichter ond Musiker grad erscht recht. Scho seit de 70er schreibt er auf Melodie von de Beatles oder de Rolling Stones seine schwäbische Fassonge, wie etwa "Yeschderday, an meim Rädle isch dr Träppel heh“. Domols isch er bei me Rundfunk-Wettbewerb direkt hinterm legendäre Wolle Kriwanek ond seim Badewanneblues glandet. Drom hent mir ons ganz arg gfreut, dass er im Gegesatz zom Wolle, wo leider ganz früh scho hot gange müsse, immer noh so xond ond virtuos mit Goschehobel ond Gitarr spiele derf, wie den Song "Route 66" auf em "Radweg noch Lenninge, der voll isch wie d' Sau" oder sei Äpp-Lied:  "Ohne Äpp bisch heit an Depp, ohne Äpp kosch net verreisa oder aufs Klo gange zom …
Zom bombastische Schluss hot d Marlies Blume, bürgerlich: Heike Sauer, onser blitzgscheiter ond pfiffiger Ulmer Spatz – oder besser sott mr sage: Spätzin -     wieder amol an komplett pinke kabarettistische Wirbelsturm auf dr Bühne entfacht mit ihrem nagelneue Programm „Ohne Dich fehlt Dir was“. Ganz hählenge kommt ihr Spott über onser selbschtverliebte Ego-Gsellschaft drher ond mr merkt erscht ganz zletscht: du selber bisch gmoint ond gar net dui oder de sell! Friede, Menschlichkeit, Offeheit, Teilhabe isch ihr Botschaft als selbscht ernannter Uno-Engel, wo beim ESC mit seim Song über an knitze Bonobo-Aff 12 Punkte eifahre möcht. Die hot ihr des Baisinger Publikom onder kräftiger Mitwirkung als Begleitchor mit stürmischer Klatscherei ruckzuck zugschtande!
A ähnlichs Hailait isch am Tag drauf dr Auftritt von onsere „Siebe Schwobe“ en dr Rotteburger Zehntscheuer gworde: Onsere Schwobabuabe Patrick Nagel ond Marco Truffner, mit grad Zwölf die jüngschte Mitglieder, hent profimäßig Blaugedichte rezitiert, saugut trainiert vom Mentor ond Opa Peter Nagel. Dr Autor ond Humorischt Wilfried Albeck hot des Publikum obremst en sei Biotop am Saitewurscht-Äquator neigrisse ond do drbei hoorscharf de schwäbische Lachnerv troffe. Genauso wie d Kabarettistin Sabine Schief  als „Lachkardiologin“. Mit Hilfe ihrer originelle Vrwandtschaft aus dr Schief-Sippe vom Baby über d‘ Oma bis zur agheiratete Tante aus Kasachschtan hot sie wertvolle  Rezept ausgstellt zom Liebeslebe ond zur Partnerinnenbehandlong: Am beschte so, wia a superteures Heilixblechle drmit omgange, also wasche, pflege ond vrwöhne… Buddy Bosch ond sei Band Muggabatschr hent zom krönende Finale alles aufmarschiere lasse, was em Schwoberock en 40 Johr en die schwäbische Hitlischte komme isch: Wolle Kriwanek, Hank Häberle jr., Schwoißfuaß ond ao die oigene Stuegert-Hymne, wo auf die neue Weihnachtsbenefiz-CD für d Stroßekender kommt. -wz-


Bitte beachten Sie vor allem die zahlreichen Hinweise auf unsere Vereinsveranstaltungen (Seiten 1-3), aber auch den höchst bemerkenswerten Kommentar von Jan Sellner in der Stuttgarter Presse (Seite 4) zu der begrüßenswerten Initiative der Landesregierung zur Förderung der Dialekte im Ländle.
    
S goht also ebbes!
„Lompaliadr“ und „Lompaverse“
1. Mund.art-Stammtisch im Bauernhausmuseum Weissacher  Tal
„Im Weissacher Täle, do gibt’s koi Tunell, z’erscht kommt dr Gerlach ond dann spielt d’Kapell“ – diese leicht abgewandelten Zeile aus einem  „Lompaliadr-Klassiker“ könnte man als Fazit unter den ersten Mundart-Stammtisch im  Bauernhausmuseum Weissacher Tal schreiben.
Der Verein ‚schwäbische mund.art  e.V.‘ und der Heimatverein Weissacher Tal  freuten sich über ein volles Haus.
„Ach, du liabr Vadder“, „Oms Nomgucka“ oder „Dr Lehmbolla“,  so heißen einige der bisher acht Gedichtbände, die der  Mundartpoet Rolf Gerlach veröffentlicht hat. Seine schwäbische Lyrik kommt manchmal derb, oft kernig, nicht immer ganz stubenrein, aber stets humorvoll  daher. Seine  „Versle“  und Gedichte waren deshalb  genau die richtigen Zutaten für einen gelungenen „Lompa-Abend“ im Oberling des altehrwürdigen Bauernhauses. So ziemlich jede seiner schwäbischen Lautmalereien wurde mit einem Lacher quittiert. Es war ein Vergnügen, ihm zuzuhören.
Noch deftiger, noch frivoler und selten stubenrein war die Reise in die Seelenwelt der „schwäbischen Lompaliadr“. Spontan hatten sich „dr Vaddr“ und „spiritus rector“ der schwäbischen Mundart-Folk-Rock-Band „Wendrsonn“, Markus Stricker mit den beiden Weissacher  „Nachwuchskünstlern“ Reiner Deimel und Peter Scheurer zusammengetan, ein wenig geübt und dann zu einer aufreizenden Tour durch die Niederungen und Höhepunkte schwäbischer Frivolität eingeladen. Der Start war „droba auf dr raue Alb“, dann ging es „auf dr schwäbscha Eisabahna“ durchs „Tunell zwische Schtuagart ond Cannstatt“ zu „de Hasa auf em Wasa“ vorbei an „gampenden Fischen“ hin zu den „Schützengraben aller Zinnsoldaten“ und irre vielen „Pfarrstellen“  hier und überall. Und alle sangen mit. Holadihi und holadiho.
Der „Wendrsonn-Chef“, selbst Mitglied im Heimatverein Weissacher Tal, stellte das ganze Equipment und verzichtete dafür auf jegliche Gage. Er habe enge familiäre Bande zur letzten Bewohnerfamilie des Museums und freue sich, wenn ab und zu wieder  lebendige Musik in das Haus einziehe, so Markus Stricker.
Nach diesem gelungenen Auftakt wird es weitere MundArt-Stammtische im Bauernhausmuseum geben. Darin waren sich der Vorsitzende des Heimatvereins Jürgen Hestler und Albert Dietz vom Verein „schwäbische mund.art “ ganz und gar einig.
Jürgen Hestler


Hoemedseit www.mund-art.de überarbeitet
Unsere Webseite wird nun in der neuesten Version von Website X5 Evolution ediert.
Künftig kann sie auf allen Geräten gelesen werden mit allen Funktionen.
Viel Vergnügen bei der Lektüre.

Sebastian-Blau-Preis 2018
Nominierungen für Mundart-Literatur
Preisverleihung am 14. Oktober in der Rottenburger Zehntscheuer
Die Jury des Sebastian-Blau-Preises für schwäbische Mundart hat in der Sparte „Literatur“ aus 46 Bewerbungen zehn Finalisten nominiert.  Zur Preisverleihungsgala in Rottenburg am Neckar eingeladen werden die Tübinger Autoren Dr. Jürgen Christner und Sabine Stahl, Karlheinz Haaf aus Rottenburg, Hans-Joachim Schneider aus Dunningen,  Susanne Mathilde Zimmerer aus St. Johann, Marlies Grötzinger aus Burgrieden, Hanno Kluge aus Böblingen, Rudolf Korbel aus Filderstadt und Eberhard Bohn aus Murrhardt. Aus Frankfurt am Main darf die gebürtige Stuttgarterin Marion Kinzig anreisen.
„Einen Mundartabend unterschiedlichster poetischer Formen und Inhalte von bildkräftiger Lyrik über heitere und unter die Haut gehende Erzählungen bis hin zu gesellschaftskritischen und auch allgemeinmenschlichen Betrachtungen“ verspricht Dr. Wolfgang Wulz, der Vorsitzende von „schwäbische mund.art e.V.“. Seit 2002  organisiert der gemeinnützige Verein mit Unterstützung des „Fördervereins Schwäbischer Dialekt e.V.“ den von Hauptsponsor Schwaben Bräu mit 5000 Euro Preisgeld ausgestatteten Sebastian-Blau-Preis-Wettbewerb, abwechselnd für Literatur, Liedermacher, Filmemacher und Kabarett.
Information
Sebastian Blau Preis 2018 - Preisverleihungsveranstaltung
Sonntag, 14. Oktober 2018, 17 Uhr
Kulturzentrum Zehntscheuer Rottenburg, Bahnhofstr. 16
Eintritt: 12 €, 10 € im Vorverkauf  bei der WTG Rottenburg am Marktplatz und bei vorverkauf@mund-art.de

mund.artINFO 3-2018 erschienen
Hier herunterladen

5. Mundartwettbewerb in den Schulen im Schuljahr 2018/2019
Zum fünften Mal schreibt der Arbeitskreis Mundart in der Schule den Wettbewerb für Schul- und Klassenprojektefür alle Schularten des Landes Baden-Württemberg aus.
Bei den vergangenen Wettbewerben der Jahre 2008, 2011, 2013 und 2016 gab es ca. 100 Bewerbungen aus ebenso vielen Schulen und Klassen. Etwa ein Viertel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde für ihre hervorragenden Klassen- und Projektarbeiten mit Preisgeldern in Höhe von 10. 000 Euro ausgezeichnet.
Auch im Schuljahr 2018/19 winken wieder Preisgelder im Gesamtumfang von 2.500 Euro.
Mehr über den Wettbwerb und die Ausschreibungsmodalitäten hier...

Kreissparkasse Böblingen unterstützt seit Jahren "Mundart in der Schule"
Die beiden Klassen 4 der Ludwig-Uhland-Schule in Böblingen profitierten im Schuljahr 2017/18 zum ersten Mal vom großartigen Engagement der Kreissparkasse Böblingen für das Projekt Mundart in der Schule.
Seit 2013 konnten an 17 Schulen im Landkreis Böblingen zusammen 37 schwäbische, alemannische und fränkische  Doppelstunden mit Künstlerinnen und Künstler der Vereinigungen "schwäbische mund.art" und "Muettersproch-Gsellschaft" organisiert und vor allem finanziert werden.
So auch im vergangenen Herbst unter dem Motto "Mund.art-Poesie" während der baden-württembergischen Literaturtage in Sindelfingen und Böblingen.
Mehr über die jüngste Veranstaltung an der Ludwig-Uhland-Schule....

Mundart in der Schule
In 1500 Mundartstunden 15.000 Schüler erreicht
Zimmern o. R.- Zu seiner 16. Tagung traf sich der 2003 von den Mundartvereinigungen „Muettersproch-Gsellschaft e.V.“ und „schwäbische mund.art e.V.“ ins Leben gerufene „Arbeitskreis Mundart in der Schule“ im Vereinsheim des Trachtenvereins Zimmern o. R. Das bei der Gründung erklärte Ziel hieß, die Mundarten Alemannisch, Schwäbisch und Fränkisch in den Schulen des Landes durch Begegnungen von Klassen und Mundartkünstlern als wertvolles Kulturgut und wichtiges Spracherbe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Mehr dazu...

15. Baisinger Mund.art-Stammtisch
Ein volles Haus im Baisinger SV-Heim durfte Dr. Wolfgang Wulz als Vorsitzender des Vereins schwäbische mund.art e.V. beim 15. Mund.art-Stammtisch im SV Sportheim beklatschen, wo seit der Schließung des Löwen die schwäbische Kleinkunstveranstaltung ihre Heimat gefunden hat. Nur beim Start vor vier Jahren hatten sich so viele Baisinger Ortansässige, ergänzt durch Gäste aus Rottenburg und dem Oberen Gäu, eingefunden.
Ihnen wurde vom schwäbischen Dichter- und Musikanten-Duo Peter Fidel und Lena Barth aus Melchingen – also geradewegs „von drr Alb rra“ - ein einstündiges Programm geboten zu dem Angela Baum vom Schwarzwälder Boten (15.3.2018) schreibt: Dialektfreunde, Alteingesessene wie Reigschmeckte konnten einen lustigen und beschwingten Abend erleben. Fidel und Barth sind Preisträger des „Närrischen Ohrwurms“ des SWR-Fernsehens. Am Fasnetssonntag traten sie in Singen auf und freuen sich noch heute, dass sie so ein Stück bekannter wurden. Neben humorvollen Liedern gab Fidel auch eine Kostprobe seiner schwäbischen Gedichte, etwa „Beim Dokter“, „Dr’ Zeitungsschreiber“ oder auch den Prolog „Hosch scho k’heirt“ zum Besten. Sein Buch „Flecka Gschwätz“ nimmt alltägliche Situationen, oder auch das Dorfleben humorvoll aufs Korn.

Im zweiten Teil des Abends brachten Teilnehmer aus dem Publikum Schwäbisch-Deftiges, aber auch Nachdenkliches zu Gehör. Emilie Kussmaul aus Oberjettingen sang das Loblied auf den Mitarbeiter „Karle“, der seit seiner Lehrzeit dem Betrieb die Treue gehalten hat. Reiner Dinger aus Öschelbronn deckte mit diebischer Freude etliche seiner ausgeklügelten Aprilscherze auf, bei denen einmal sogar ein Dutzend Personen vergeblich zur Gründung eines Fasnetsvereins in einem streng evangelischen Flecken aufmarschiert waren. Der Saibronner Karlheinz Haaf glänzte mit präziser Mundartdichtkunst über biblische Themen und Wolfgang Wulz forderte als „dr Sell“ mit seiner jüngsten schwäbischen Zeitungskolumne dazu auf, möglichst zahlreich an den bevorstehenden „Flecke- ond Landschaftsputzete“ teilzunehmen.
Dank eines für Stammtischzwecke neu aufgelegten „Liederbüchles“ und der Gitarrenbegleitung von Lena Barth, erschallten mit Unterstützung etlicher Stimmen aus der SV-Sängerabteilung noch einige Lompeliedle, ehe der Abend standesgemäß mit der württembergischen Hymne „Der reichste Fürst“ bzw. „Preisend mit viel schöne Reden“ zu Ende ging.

Mitgliederversammlung am 10. März 2018

„Nur durch Vernetzung und Kooperation können wir als Vereinigung zur Förderung von Mundart und Dialekt unser Anliegen zum Erfolg bringen“, konstatierte Vorsitzender Dr. Wolfgang Wulz bei der Mitgliederversammlung des Vereins „schwäbische mund.art e.V.“, der in der „Mundartstadt“ Rottenburg am Neckar im Oberndorfer „Sonnenzentrum“ zu Gast war.
Mehr dazu...

Alle Künstlerinnen und Künstler von schwäbische mund.art e.V. in einer Broschüre
Die Präsentation der Künstlerinnen und Künstler von A bis Z gibt es zum Herunterladen im PDF-Format.
Hier das Gesamtverzeichnis herunterladen...
Mit dieser Datei können Künstler und Veranstalter auch Autogramm- bzw. Werbepostkarten herstellen.

Von links: Franz-Josef Winterhalter, Klaus-Dieter Reichert, Siegfried Mager, Pius Jauch, Friedel Scheer-Nahor, Heidi Zöllner,  Martha Meyer, Wendelinus Wurth, Dr. Wolfgang Wulz, Hanno Kluge

1. Cannstatter Mund.art-Stammtisch
Die Veranstaltung im proppenvollen Saal der Gaststätte „Cannstatter Tor“ fand ein tolles Echo. Nach Wilhelm Bauers („Boskoop“)  gereimter Lobeshymne auf sein Cannstatt kam der bekannte Mundartautor und Liedermacher Helmut E. Pfitzer zu Wort.
„Willst du keinen Streit und Ärger, meide jeden Württemberger“, so heizt er die Stimmung im Saal an. Als geborener Stuttgarter sei er hauptsächlich Cannstatter, den es in der Zwischenzeit über Horb nach Markgrönigen verschlagen habe. Nach seiner Stadt-, Landerfahrung gebe es bei uns zwei unterschiedliche Menschen: Schwaben und Stuttgarter.
Unterstrichen mit anekdotischen Episoden gibt er einen tiefen Einblick in die schwäbische Seele, wobei die Stuttgarter vor allem draußen im Land gar nicht gut wegkommen. Der Durst der Schwaben indes sei unübertroffen, so könne man nach zwei Viertel Trollinger immer noch schaffen. Dem ärztlichen Rat, den Trollingerkonsum wegen der Auswirkung auf das Gehirn einzuschränken, wird trocken gekontert: „Bei meiner Frau und dem heutigen Fernsehprogramm braucht mr koi Hirn, manchmal ischs sogar schädlich.“ Mit seinen Ausführungen zur Dialektik wie „Komm, gang mr weg“ begründet er eindrücklich, warum es für Reingschmeckte so schwierig ist, die Urbevölkerung zu verstehen.
Nach der Pause gab es die nächste Überraschung. Nicht weniger als 13 Vorträge von Gästen, angefangen vom „Wakamba“ aus Gaisburg, launigen Mundartgedichten, wie der „Hexenver-brennung“ bis zum Bericht über einen herrlich-unglücklichen Besuch des Cannstatter Mineralbads zeigte, welch breites Spektrum bei den Vortragenden vorhanden war. Dank der vorzüglichen Gerichte aus der schwäbischen Extraspeisekarte ging ein rund herum gelungener Abend in fröhlicher Runde zu Ende. Die unerwartete Resonanz ermutigt die Veranstalter, in diesem Jahr noch einen weiteren Stammtisch abzuhalten.
Wolfgang Rupp

Bistro Domizil in Leonberg ist Mund.art-Gasthaus
38 schwäbische Schbiele-Stammtische zum Binoggla ond Gaigla hat die Eltingerin Elke Zinßer seit einigen Jahren organisiert und wurde an jedem ersten Sonntag im Monat mit ihrem Dutzend MitspielerInnen vom Bistro Domizil am Leonberger Marktplatz gastlich aufgenommen. Dafür überreichte Vorstand Dr. Wolfgang Wulz dem Gastwirtsehepaar Mattner die Plakette "Mund.art-Gasthaus - Traditionslokal mit schwäbischem Stammtisch".
Am Abend der Verleihung wurde eine vertiefte Zusammenarbeit beschlossen. 2018 werden im Gewölbekeller des Domizils zwei Kleinkunstabende "Mund.art im Domizil" stattfinden. Am 5. Mai gibt es einen schwäbischen Kabarettabend mit Sabine Essinger, am 27. November folgt ein weiterer Abend mit dem Liedermacher Dieter Huthmacher.
Dr. Wolfgang Wulz zum Thema: Schwäbisch geht nicht unter...
in: Blätter des Schwäbischen Albvereins 4/2017
Die Stammtischorganisatorin Marie-Luise Ilg ist erst vor kurzem als 300. Mitglied im Verein begrüßt worden.
Jetzt hat sie  im Wasseralfinger Gasthaus Hirsch den 1. Mund.art-Stammtisch auf der Ostalb ins Leben gerufen.

1. Mund.art-Stammtisch auf der Ostalb
Bernd Merkle, schwäbischer Mundartautor, lockte viele Gäste in den Traditionsgasthof Hirsch. Merkle war prominenter Gast beim Mundartstammtisch in Wasseralfingen, zu dem alle Freunde des Schwäbischen zum ersten Mal eingeladen waren. Merkle entzündete geradezu ein schwäbisches Feuerwerk, in dem seine mal humorvollen Gedichte und mal hintergründigen Geschichten wie in allen Farben aufscheinende Sterne waren, gespickt mit Wortwitz und Sprachspielereien. So auch die Geschichte von de „Henna“, die „henna ond dussa“ leben dürfen. Ein bisschen blitzt  darin auch die „Maufaulhaid“ der Schwaben auf. Nur ungern und mit viel Applaus entlassen die Gäste Merkle auf seinen weiten Heimweg.
Wer angenommen hat, der Abend im Hirsch sei an dieser Stelle aus gewesen, wurde überrascht von zahlreichen Mundartbeiträgen der Gäste. Darunter war auch ein musikalischer Beitrag der Sängerlust aus Treppach, deren Sängerinnen und Sänger in einem ihrer Lieder unser Ländle hochleben ließen.  
Das schwäbische Vesper im Hirsch rundete den „saumäßig“ gelungenen Abend ab.  Nach diesem geglückten Auftakt werden 2018 weitere Stammtischrunden im „Hirsch“ folgen. -lg

Zur Feier des 40. Mund.art-Stammtisches in der Rottenburger Kultkneipe „Weinstube Stanis“ war eigens ein Fernsehteam vom SWR-Landessender Mainz aus Rheinland-Pfalz angereist. Die TV-Reorter konnten an diesem Abend die ganz besonders anheimelnde, schwäbische Atmosphäre und die lebendigen Publikumsbeiträge bei diesem 2004 von Pfarrer i.R. Rudolf Paul und Peter Nagel als Urtyp gegründeten Stammtischs einfangen. Vorsitzender Dr. Wolfgang Wulz überreichte dem völlig überraschten und hoch erfreuten Wirtsehepaar Michaela und Klaus Biesinger anlässlich dieses beachtlichen Jubiläums die Plakette "Mund.art-Gasthaus - Traditionslokal mit schwäbischem Stammtisch" mit der schelmisch hinzugefügten Verpflichtung, es noch mindestens auf 100 Stanis-Stammtische zu bringen.
Beim 15. Stuttgarter Mund.art-Stammtisch in der Brauereigaststätte Dinkelacker-Schwabenbräu freute sich Inhaber Felipe Ribas-Heredia nicht nur zum wiederholten Mal über einen knallvollen Gewölbekeller, sondern über die vom Mund.art-Vorsitzenden Dr. Wolfgang Wulz überreichte Plakette "Mund.art-Gasthaus - Traditionslokal mit schwäbischem Stammtisch", eine Auszeichnung für Stammtischlokalitäten, die mehr als zehn Veranstaltungen beherbergt haben und kontinuierlich weiterführen.
"Inzwischen gibt es 20 Mund.art-Stammtische im ganzen Ländle", konnte der Vereinschef bei dieser Gelegenheit nicht ohne Stolz vermelden. Der Hauptgast des Abends und Begründer der Stuttgarter Runde, Helmut Eberhard Pfitzer, unterhielt die Gäste mit seinem geistreichen schwäbischen Solo-Programm voller "Verstand ond Gfühl". Im freien Teil des Abends war wieder hochkaratig Schwäbisches von Elke Zinßer, Herbert Demel, Reinhold Frank, Hanno Kluge und als Premiere von Überraschungsgast Helga Becker als "Frau Nägele" zu hören. Im begeisterten Publikum war man sich einig, dass hier "Mundartkunst auf hohem sprachlichen und zugleich unterhaltendem Niveau" geboten war.
Der große Zuspruch für die Zusammenkünfte in Carl's Braukeller hat den Verein schwäbische mund.art e.V. veranlasst, sich dort künftig sechs- statt viermal jährlich zu treffen. Der Ausblick aufs Jahresprogramm 2018 verspricht eine Fortsetzung der bisherigen Erfolgsgeschichte. Auftreten werden die Sebastian-Blau-Preisträger für Kabarett "Hillu's Herzdropfa" (14. Februar), die Schwoba-Jazzer "Gluzger" (16. Mai), Autor Rolf Gerlach (11. Juli), der Liedermacher Walter Spira (12. September), der Kabarettist Tommy Nube (17. Oktober) und die Akustik-Folkrock-Band "Gradraus" (14. November).
Landesliteraturtage: Felix Huby erhält den Sebastian-Blau-Ehrenpreis
Zu einer erneuten schwäbischen Sternstunde wurde die Verleihung des Sebastian-Blau-Ehrenpreises an den Schriftsteller Felix Huby als „herausragendem Botschafter schwäbischer Lebensart und Denkweise“.
Heidemarie A. Hechtel (Stuttgarter Zeitung) kommentiert den Abend als witzig, poetisch und aufschlussreich auch für Reigschmeckte. Genau wie die Schwäbisch schwätzenden Charaktere, denen Felix Huby im Fernsehen bundesweite Popularität verschaffte. An der Spitze „Tatort“-Kommissar Bienzle. Und alle Figuren, denen das hier nicht fehlende Volksschauspieler-Paar Walter Schultheiß und Trudel Wulle in Serien wie „Oh Gott, Herr Pfarrer“ urschwäbisches Profil verlieh.
„Du hast das Bild des Schwaben humorvoller, freier und warmherziger gemacht“, pries Uwe Zellmer, Gründer des Lindenhoftheaters Melchingen, Felix Huby alias Eberhard Hungerbühler  aus Dettenhausen, der in seiner Lesung die schwäbische Mundart mit ihrem grandiosen Wortschatz und mit ihrer Grammatik in den Rang einer eigenständigen Sprache hob.
Die Preisverleihung im SparkassenForum bildete den mundartlichen Höhepunkt der Baden-Württembergischen Literaturtage in Böblingen und Sindelfingen. Unter dem Thema „Mund.art-Poesie“ präsentierten in 12 Abend- und Schulveranstaltungen 26 Künstler*innen vor fast 500 Gästen die im Land beheimateten Dialekte Schwäbisch, Alemannisch und Fränkisch.

Sebastian-Blau-Tage 2017
Ein Heimspiel bei vollem Haus hatten die preisgekrönte Folkrockband Wendrsonn, das knitze Trio vom Bisinger Brettle und der altbewährte Dichter Werner Gaus in der Baisinger Schloss-Scheuer, unterstützt von der SV-Sängerabteilung. Übervoll war es auch am Samstagnachmittag im Café Stadtgespräch der neuen Rottenburger Stadtbibliothek, wo Urgestein Rolf Gerlach von unseren jüngsten Sebastian-Blau-Rezitatoren Patrick Nagel und Marco Truffner trefflich umrahmt wurde. Die dortige Abendveranstaltung unserer „Sieba Schwôba“ brachte danach mundartliche Kleinkunst vom Besten! Jochen  Lanius und Carlheinz Nisi boten als „bluescollected“ eingängigen Blues mit schwäbischer Note, die Marionettenspielerin Siegrun Zimmermann ließ die Gäste durch ein liebevoll gestaltetes Bühnenbild und durch die mundartlich präzise agierende, herrliche Berta-Figur in deren entschleunigte Welt wie in einen Traum eintauchen. Der Blaupreisträger Peter Leonhard zeigte als Karl-Heinz Dünnbier in der Rolle des Zauberers, Kabarettisten und Bauchredners Variétékunst der Extraklasse.
Gleichzeitig ging es an diesem Abend in der ganzen Innenstadt bei Volksmusik und Mundart hoch her. Während sich in der Weinstube „Stanis“ bei Peter Nagel und den Baumhäusler, im „Hirsch“ beim Trio DanzMäg und in der Gaststätte „Eintracht“ bei Gesang mit Akkordeonbegleitung die Gäste drängten, waren die beiden kostenpflichtigen Veranstaltungen im Vereinsheim der Bürgerwache (hier trat die bekannte Spundlochmusig mit Wulf Wager auf) und die 7 Schwôba in der Stadtbücherei  eher spärlich besucht. Die zehn Euro Eintritt wollten sich angesichts der vielen kostenlosen Angebote wohl etliche Schwaben sparen.
Bei der vierten Auflage der Sebastian-Blau-Tage am dritten Septemberwochenende in der Mundartstadt Rottenburg standen wieder zahlreiche Künstlerinnen und Künstler unseres Vereins auf den Bühnen. Unterschiedlich wie die künstlerischen Formen, die dabei zu sehen waren, geriet auch der Zuspruch der Zuschauer, die teils strömten, teils tröpfelten.

Heimatmedaille für Peter Nagel
Im Rahmen der baden-württembergischen Heimattage 2017 in Karlsruhe wurde Peter Nagel aus Rottenburg mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg für seine Verdienste um die heimische Mundart geehrt. Der 1938 geborene Nagel ist ein ausgewiesener und profunder Kenner des Werkes von Josef Eberle alias Sebastian Blau und für seine Rezitationen von dessen Mundartgedichten bekannt. Auch Tübingens Regierungspräsident Klaus Tappeser beglückwünschte Nagel zu dieser Auszeichnung. „Peter Nagel hat die Erinnerung an Sebastian Blau und dessen schwäbischen Gedichte nicht nur lebendig erhalten, sondern diese für eine breite Öffentlichkeit wieder neu erschlossen“, sagte Tappeser. Nagel verstehe es, diese zeitlosen Gedichte unterhaltsam und intelligent neu zu interpretieren und damit viele Menschen für die schwäbische Mundart zu begeistern.
Der Verein freut sich mit seinem Rottenburger Urgestein über die hohe Ehrung und gratuliert herzlich.

1. Mund.art-Stammtisch im Kilchberger Hirsch
Die Neugründung eines Mundartstammtisches durch den Verein „schwäbische mund.art e.V.“ im Kilchberger Hirsch wurde am vergangenen Mittwoch zu einem glänzenden Erfolg. Wirtin Sandra Kunzmann, die mit ihrem Partner Robin Lewandowski erst vor kurzem vom Regierungspräsidium Tübingen als „vorbildliches Dorfgasthaus“ ausgezeichnet worden war, durfte sich über fast 60 Gäste freuen, die sich vor allem auch wegen der Stargäste aus Rottenburg, dem Trio der legendären Gluzger-Band, eingefunden hatten.
„Unsere inzwischen 17 Stammtische im ganzen Land sind neben dem ‚Sebastian-Blau-Preis‘ und dem Projekt ‚Mundart in der Schule‘  die wichtigsten Säulen bei unseren Bemühungen, die schwäbische Mundart als wertvolles Kulturgut und sprachliches Erbe im Bewusstsein der Öffentlichkeit lebendig zu halten“, bekundete eingangs Mund.art-Vorstand Dr. Wolfgang Wulz. Maßgeblich unterstützt wird sein Verein dabei vom befreundeten Kooperationspartner, dem Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V., dessen Geschäftsführer Hartmut Witte es sich nicht nehmen ließ, zur Stammtisch-Taufe in den Tübinger Teilort zu kommen.
Danach übernahm eine volle Stunde lang Gluzger-Frontmann Rupert Leger (Banjo, Gitarre)die Regie und legte zusammen mit Matthias Hans (Klarinette) und Hans-Otto Schmidt (Bass und Tuba) wohl den fetzigsten „Schwôba-Jazz ond –Dixie“ aufs Parkett, den man in der 400-jährigen Geschichte des „Hirschen“ dort je gehört hat. Seit 1970 spielt der pensionierte Polizeihauptkommissar Leger in „Raoteburger“ Stammlokalen und bei der Fasnet auf, seit 1978 gibt es offiziell DIE GLUZGER in der traditionellen Sechser-Combo.  Die weltberühmten schwäbisch-englischen Hits wie Evelin, I lost my Money und Eisgrem brachten das Publikum – unter ihnen auch etliche eingefleischte Fans - zum Mitwippen und Mitsummen. Es fehlte nur wenig, dass man sich bei schwäbischem Bier, Wein und Ochsenbäckle rhythmisch nach New Orleans und Rio versetzt fühlte, wohin sich die Gluzger samt Fanclub schon mehrmals zu Tourneen begeben hatten.
Im zweiten Teil des Abends war die Bühne frei für schwäbische Beiträge aus dem Publikum. Reiner Dinger aus Öschelbronn karikierte treffsicher einen Jung-Rentner. Nach dem Basteln von 31 „Vogelhäusle“ gründet der eine Pensionärsgruppe, die sich regelmäßig für diverse Arbeitseinsätze buchen lässt. Der Hagelocher Dr. Jürgen Christner rief in brillanten Mundart-Versen jenen denkwürdigen Zwischenfall in Erinnerung, bei dem vor der Tübinger HNO-Klinik ein Student von der Feuerwehr aus einer weiblichen Exklusivteilen nicht unähnlichen Plastik befreit werden musste. Martha Engstler aus Rottenburg rezitierte den Übervater Sebastian Blau mit „a bissle deftige Verslen“, bevor die alteingesessenen Kilchberger „Waihdäg ond Lützehardter“ vom Necknamenexperten Wolfgang Wulz „aufs Ärmle“ genommen wurden. Den köstlichen Schluss eines unterhaltsamen schwäbischen Kleinkunstabends bot die Metzinger Blaupreissiegerin von 2002, Doris Oswald. Ihre in vielen Büchern verewigten Gedichte und Geschichten stimmen oft nachdenklich, fordern aber auch bisweilen zum Schenkelklatschen auf, so nach dem Motto: „Verliersch du em Sommer d‘ Onderhos, war scho em Friahjohr ‘s Gummi los!“
Angesichts rundum zufriedener und fröhlich heimkehrender Gäste war allen Beteiligten klar: der 2. Kilchberger Mund.art-Stammtisch wird im Spätherbst folgen.

"Heimat muss auch offen sein für Neues und Fremdes.“
Klaus-Dieter Reichert aus Steinenbronn unter den Geehrten
„Heimatpflege ist äußerst dynamisch. Sie erstreckt sich nicht nur auf die Pflege von Kultur und Brauchtum. Sie muss vor allem auch stattgefundene und stattfindende kulturelle Veränderungen ständig aufgreifen und nachvollziehen. Heimat muss daher auch offen sein für Neues und Fremdes“, führte der Regierungspräsident aus. „Die heutigen fünf Preisträger haben in diesem Sinne sowohl durch ihr Handeln selbst als auch durch den Erfolg ihres Handelns ihren Beitrag zur Stärkung unserer gemeinsamen kulturellen Identität geleistet.“
Unter den Geehrten war auch der Steinenbronner Rektor a. D. Klaus-Dieter Reichert, der die „Heimatnadel“ in Anwesenheit des Böblinger Vizelandrats Martin Wuttke und des Bürgermeisters seiner Heimatgemeinde, Johann Singer, entgegen nehmen durfte.
AK-Vorsitzender Paul Nemeth unterstrich in seiner Laudatio Reicherts Einsatz als langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins schwäbische mund.art e.V. und lobte sein Werk als seealemannischer Autor und Leiter von Schreibwerkstätten, wo er vielen Mundartautoren ein Forum bot. Von den Anfängen bis heute ist Klaus-Dieter Reichert in seinem Mundartverein ununterbrochen im Redaktionsteam der Vereinsseite in der Zeitschrift Schönes Schwaben und der Vereinsnachrichten mund.art INFO.
Seit 2002 arbeitet er im Orga-Team des Sebastian-Blau-Preises für schwäbische Mundart an führender Stelle mit. Klaus-Dieter Reichert zählt zu den Gründungsmitgliedern des von den Mundartvereinigungen „schwäbische mund.art e.V.“ und der alemannischen „Muettersproch-Gsellschaft e.V.“ eingerichteten Arbeitskreises „Mundart in der Schule“. Seine schulische Expertise half dabei, dass eine Reihe von alemannischen, schwäbischen und fränkischen Schulexperten und Mundartautoren aktiv wurden und den AK Mundart in der Schule inzwischen zu großen Erfolgen führen konnten. So wurden seit dem Jahr 2005 mit insgesamt über 600 Autorenbegegnungen an den Schulen des Landes etwa 12.000 Schülerinnen und Schüler mit Dialektthemen bekannt gemacht.
Weiteres ehrenamtliches Engagement zeigte der Pädagoge und Rektor a.D. auch als Jurymitglied bei den vier Mundartwettbewerben in der Schule von 2008 bis 2016.
Regierungspräsident Wolfgang Reimer und der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Paul Nemeth MdL, haben am Montag, 3. April, gemeinsam die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart verliehen. Geehrt wurden Personen, die sich in besonderer Weise um die Heimatpflege verdient gemacht haben. Die Veranstaltung fand im Europasaal des Regierungspräsidiums Stuttgart in Stuttgart-Vaihingen statt.

Mund.art auch bei den Landesliteraturtagen
Noch nie gab es in der Vereinsgeschichte eine Mitgliederversammlung so direkt an der schwäbisch-fränkischen Grenze. Aber die Anreise lohnte sich schon aufgrund des wunderschönen Veranstaltungsorts und aufmerksamer Gastgeber: Unsere Mitglieder Jürgen Kunz und Martin Opitz haben in der Walheimer Kelter, dem früheren Feuerwehrmagazin, auf ganz besonders liebevolle Weise das „Café Bricklebrit“ als schwäbisches Märchen- und Geschichtenhaus mit einer entzückenden Kleinkunstbühne eingerichtet.
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Brillanter Thomas Felder
Silvia Haas vom Rottenburger Kulturamt hatte die Idee: "Wie wär's denn mit dem Experiment eines sonntagnachmittäglichen 'Mund.art-Cafés' in der Zehntscheuer?" Hartmut Witte vom Förderverein und Wolfgang Wulz von der „mund.art“ waren sofort dabei: „Das machen wir als gemeinsames Angebot, so dass auch ältere Dialektfreunde, die ungern noch am Abend unterwegs sind, einmal auf ihre Kosten kommen. Erster Gast am letzten Märzsonntag war der Blaupreissieger der Liedermacher von 2012, Thomas Felder.
In seinem von Kaffee und Kuchen begleiteten Auftritt brillierte der „Musik&Wort-Künstler“ vom Reutlinger Albrand auf die erwartete professionelle Weise voller Temperament und Ausdruckskraft. Das über 40-köpfige Publikum erlebte einen begnadeten Musiker am Flügel und an der Gitarre, zuvörderst aber einen schwäbischen "Wortbohrer und -klauber", dessen tiefgründige, oft melancholische und bitterböse, aber immer auch mit Humor unterlegte Poesie Herz und Verstand anspricht.
Fazit der Kooperationspartner: Experiment gelungen! Schon bei den diesjährigen Sebastian-Blau-Tagen 2017 und dann im kommenden Frühjahr wird die Reihe fortgesetzt.
In seinem von Kaffee und Kuchen begleiteten Auftritt brillierte der „Musik&Wort-Künstler“ vom Reutlinger Albrand auf die erwartete professionelle Weise voller Temperament und Ausdruckskraft. Das über 40-köpfige Publikum erlebte einen begnadeten Musiker am Flügel und an der Gitarre, zuvörderst aber einen schwäbischen "Wortbohrer und -klauber", dessen tiefgründige, oft melancholische und bitterböse, aber immer auch mit Humor unterlegte Poesie Herz und Verstand anspricht.
Fazit der Kooperationspartner: Experiment gelungen! Schon bei den diesjährigen Sebastian-Blau-Tagen 2017 und dann im kommenden Frühjahr wird die Reihe fortgesetzt.

Die Rede des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann MdL zum Thema "Dialekt in der Gesellschaft"
gibt es jetzt hier
Intensivierung der Kooperation mit dem "Förderverein Schwäbischer Dialekt"
Die beiden Vereine schwäbische mund.art e.V. und Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V. intensivieren künftig ihre bereits seit vielen Jahren bewährte Kooperation (Mundart in der Schule, Sebastian-Blau-Preis, Sebastian-Blau-Tage). Die von den beiden Institutionen organisierten Veranstaltungen werden als Kooperationsveranstaltungen durchgeführt und gemeinsam in den jeweiligen Webseiten und Vereinsnachrichten aufgeführt.

Stirbt die Mundart aus?
Der Student Dominic Berner beschäftigte sich mit diesem Thema in einer Semesterarbeit an der Stuttgarter Hochschule für Druck und Medien.
Hier mehr darüber...







Sigrid Früh ist tot
Die Fellbacher Märchen- und Sagenforscherin Sigrid Früh ist am vergangenen Freitag im Alter von 81 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben.
„Mit Sigrid Früh verlieren wir nicht nur unsere Ehrenvorsitzende, sondern eine der renommiertesten Märchenforscherinnen des deutschsprachigen Raumes, die bei ihren zahllosen Auftritten in Universitäten, Bibliotheken, Bildungseinrichtungen, Spielstätten und Bühnen als temperamentvolle und packende Märchenerzählerin ein breites und vielschichtiges Publikum begeistern konnte“, würdigt sie Dr. Wolfgang Wulz, Vorsitzender des Vereins „schwäbische mund.art e.V.“ in seinem Nachruf. Neben ihrer Forschungs- und Autorentätigkeit mit einem Werksverzeichnis von über 60 Titeln habe sich – so Wulz weiter – die Nachfahrin des Dichters Justinus Kerner auch im Ehrenamt in hohem Maße engagiert und 1997 mit einigen Mundartkünstlerinnen und -künstlern den Mund.art-Verein gegründet, dessen Vorsitz sie 13 Jahre innehatte und der heute fast 300 Mitglieder zähle. Als populäre und kämpferische Protagonistin habe sie die Öffentlichkeit unermüdlich für den Erhalt und die Pflege ihrer geliebten schwäbischen Sprache sensibilisiert und diese bei hunderten von Schulveranstaltungen auch der Jugend näherzubringen vermocht.
Für ihr Lebenswerk als Märchenforscherin und Mundartautorin wurde sie mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter der Sebastian-Sailer-Medaille des Kulturrats des Schwäbischen Albvereins sowie zuletzt der Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Montag, 12. Dezember um 12 Uhr auf dem Kleinfeldfriedhof in Fellbach statt.
Pressemitteilung vom 7.12.2016


Mundart in der Schule
Südwestpresse, 26.10.2016
Schwäbisch fördert Identität
Die einzigartige Intonation macht Dialekte für viele Menschen lebendig, hinzu kommen Spracheigenheiten. Das gilt selbstverständlich auch fürs Schwäbische. In Baden-Württemberg sind zudem das Fränkische sowie das Alemannische beheimatet. Aber wie überlebt eine Mundart? Meist wird es innerhalb der Familie weitergegeben, von den Großeltern und Eltern auf die Kinder. Mundart ist somit eine der ersten Sprachen, in der Kinder reden. In der Schule wird auf Hochdeutsch Wert gelegt, das lässt vermuten, dass für Schwäbisch kein Platz ist. Aber weit gefehlt: „Natürlich ist der Dialekt ein Thema im Bildungsplan des Faches Deutsch“, erklärt Gudrun Bregenzer vom Regierungspräsidium Tübingen. Schwäbisch an Schulen ist also keine Seltenheit.

„Hillu’s Herzdropfa“ überzeugen Publikum und Jury
Zum siebten Mal seit 2002 hat der Verein „schwäbische mund.art e.V.“ mit Unterstützung wichtiger Partner wie Schwaben Bräu und Förderverein Schwäbischer Dialekt e.V. den Sebastian-Blau-Preis für schwäbische Mundart zum Gedenken an den wohl bedeutendsten Mundartdichter des schwäbischen Dialektes, Prof. Josef Eberle alias Sebastian Blau, organisiert.
In diesem Jahr waren zum zweiten Mal Mundartkabarettisten zur Bewerbung aufgerufen. Unter 20 Einsendern hat eine Experten-Jury acht Teilnehmer für die Endausscheidung ausgewählt, die am Sonntag in der Festhalle in Rottenburg auftraten.
Zweiter Preisträger wurde der Tübinger Peter Leonhard, der als schwäbischer Bauchredner, Zauberer und Wortakrobat in seiner Nummer vielseitige Talente zeigte. Dafür kann er immerhin 1.500 Euro mit nach Hause nehmen. Den dritten, mit 1.000 Euro dotierten Platz, belegte „Poliakoffs Eventkapelle“ mit Berthold Biesinger, Stefan Hallmayer, Peter Höfermayer und Gerd Plankenhorn vom Melchinger Theater Lindenhof. Sie boten turbulente Ausschnitte aus ihrem Programm „Tuschuur on Tour“.
Der schwäbische Dialekt in allen Ausprägungen, regionalen und lokalen Ausformungen  ist auch in Zeiten der Globalisierung existenziell für die Kommunikation unter und mit Schwaben. Der Sebastian-Blau-Preis soll das Bewusstsein für den Wert des Dialektes in der Öffentlichkeit schärfen und stärken.
Hiltrud Stoll und Franz Auber aus Justingen haben als „Hillu’s Herzdropfa“ nicht nur die Jury überzeugen können und den mit 2.500 Euro dotierten ersten Platz belegt, sondern sie wurden zudem von den über 400 Zuschauern zu den Publikumspreisträgern (Wert: 500 Euro) gekürt. Die Jury würdigte das Duo in ihrer Laudatio: „Sie spielen äußerst überzeugend, teilweise krachend laut, aber durchaus auch mit leiseren, subversiven Tönen. Man spürt sofort, dass sie in ihrem Element sind. Nichts Gestelztes, nichts Verzwungenes, einfach, bauernschlau und auf ganz eigene Art intelligent und im besten Sinne witzig!“
Getragen wird der Sebastian-Blau-Preis für schwäbische Mundart vom Verein „schwäbische mund.art“, dem Förderverein Schwäbischer Dialekt, dem SWR, der Stadt Rottenburg, dem Silberburg-Verlag, Schwabenland.de und mit großzügiger Unterstützung der Stuttgarter Privat-Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu, die das Preisgeld zur Verfügung stellt. Auch der Arbeitskreis Heimatpflege und örtliche Sponsoren wie die Kreissparkasse Tübingen und die Stadtwerke Rottenburg trugen zum Gelingen des mundartlichen Großereignisses bei.

Rauschende Blau-Fest-Tage in Rottenburg
Bereits zum dritten Mal fanden in der Mundart- und Bischofsstadt Rottenburg am Neckar Sebastian-Blau-Tage statt und gaben mehr als einem Dutzend unserer Künstlerinnen und Künstlern der verschiedensten Sparten und Altersgruppen ein Podium für die Präsentation ihres Umgangs mit dem schwäbischen Dialekt.

„Schwabenschule“ aus Sindelfingen und „Alemannenwanderung“ aus Zell im Wiesental gemeinsam auf Platz 1

Die Klasse 5a des Goldberg-Gymnasiums Sindelfingen sowie Viertklässler der Gerhard-Jung-Schule Zell im Wiesental belegten beim „4. Mundartwettbewerb in den Schulen“ zusammen den ersten Platz und nahmen überglücklich das Preisgeld in Höhe von je 500 Euro mit nach Hause.
Die Goldberg-Gymnasiasten brillierten mit dem Filmprojekt „Die Schwabenschule oder ‚Was isch a Muggaseggele?‘“ Daran beteiligt waren 30 Schüler aus 15 Nationen, die im Filmplot eine „Schwabenschule“ besuchen, um Sprache und Eigenheiten der Urbevölkerung kennen zu lernen, und sich dabei trotz ihres Migrationshintergrunds humorvoll und lustbetont mit der Mundart und dem „Ländle“ beschäftigen.
Mit „Üsi schöni Hohi Möhr“ betitelten die Grundschüler aus dem alemannischen Wiesental die Dokumentation ihrer Wanderung auf den örtlichen Hausberg, die Gesangs-, Bild- und Wort-Collagen enthält.
Bei der Preisverleihung am Samstag, 11. Juni 2016 an den St. Ursula Schulen in Villingen-Schwenningen lobte der Ehrenvorsitzende des Fördervereins „Schwäbischer Dialekt e.V.“, Staatssekretär a.D. und Ministerialdirektor Hubert Wicker,  die preisgekrönten Projektarbeiten als überaus beeindruckende Beispiele, wie Mundart und Dialekt an den baden-württembergischen Schulen zum Thema gemacht werden können.

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